Ausstellungen

Anita Albus - Die Kunst zu sehen

20. Mai 2017 bis 27. August 2017

Anita Albus, Die Kunst zu sehen, Ausstellungsansicht Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde ©Anita Albus/Karl-Walter Breitling und Charlotte Breitling-Stiftung
Anita Albus, Die Kunst zu sehen, Ausstellungsansicht Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde ©Anita Albus/Karl-Walter Breitling und Charlotte Breitling-Stiftung

Die Ausstellung widmet sich dem Werk der in München und im Burgund lebenden Künstlerin und Autorin Anita Albus (*1942 in München). Anlass ist der Erwerb von insgesamt 63 Werken Anita Albus‘ durch die Karl˗Walter Breitling und Charlotte Breitling˗Stiftung für die Sammlung der Kunsthalle zu Kiel im Jahr 2016. Bis auf wenige Ausnahmen sind sämtliche bis 2004 entstandenen Werke als Konvolut zum Verbleib in der Kunsthalle zu Kiel bestimmt.
Das künstlerische Schaffen von Anita Albus ist ein widerständiger Solitär in der Gegenwartskunst: Die Künstlerin bannt ihre Motive mit äußerster Präzision und Detailgenauigkeit auf der Basis selbst hergestellter Farben und mittels eines exakten, geschichteten Farbauftrags auf den Malgrund. Anita Albus schafft so Bilder von intensiver Leuchtkraft und augentäuschender Genauigkeit. Ihre Werke entstehen in monate˗ zum Teil jahrelangen Prozessen, deren Präzision nur vor dem Original und oft nur mit einer Lupe nachvollzogen werden kann. Niederländische Malerei – Miniaturen und Stillleben – beispielsweise von Jan van Eyck und Rogier van der Weyden hat Anita Albus in jeder Hinsicht auf das Genaueste studiert.

In ihren eigenen Bildern finden sich immer wieder Anklänge an die künstlerische sowie technische Präzision der Werke von Künstlern wie Joris Hoefnagel, Otto Marseus von Schrieck oder Maria-Sibylla Merian. Die künstlerischen Werke von Anita Albus stehen im engen Zusammenhang mit ihren natur- und kunsthistorischen Forschungen und Schriften. Davon zeugen beispielsweise die publizierten Werkserien „Das botanische Schauspiel. Vierundzwanzig Blumen nach dem Leben gemalt und beschrieben“ (2007) und „Von seltenen Vögeln“ (2005). Untersuchungen zu Flora und Fauna sind verschränkt mit der Geschichte der Naturwissenschaften, der Kunst und mit dem Wissen um künstlerische Techniken („Die Kunst der Künste. Erinnerungen an die Malerei“ (1999). Neben Pflanzen- und Tierdarstellungen gehören zum Werk der Künstlerin auch fantastische, verschachtelte Bildwelten und Miniaturen, wie Anita Albus sie beispielsweise in ihren Kinderbüchern publiziert hat („Der Himmel ist mein Hut, die Erde ist mein Schuh“, (1973) sowie „Der Garten der Lieder“, (1974).
Anita Albus ist für ihre literarischen und künstlerischen Werke vielfach ausgezeichnet worden. Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz (2001), den Ordre des Arts et des Lettres (2009) sowie 2014 den Bayerischen Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft.