Ausstellungen

Rückblick

Vergangene Ausstellungen 2006–2007


A.R.Penck
Retrospektive

29. September 2007 – 6. Januar 2008

Wie kaum ein anderer deutsch-deutscher Künstler wird der Name und das Werk von A.R. Penck (ursprünglich Ralf Winkler) mit einer der prägnantesten und prägendsten Strömungen der jüngsten deutschen Nachkriegsmalerei verknüpft: der neuen figurativen und politisch motivierten Malerei der 1980er Jahre in Deutschland. Noch deutlicher als Baselitz und ähnlich intensiv wie Immendorf hat Penck als Künstler und ausgebürgerter Dissident der DDR das geteilte Deutschland in seinem Werk thematisiert. Die von der Schirn Kunsthalle Frankfurt organisierte Überblicksausstellung versucht erstmals, Pencks Gesamtwerk vor dem Hintergrund geänderter Kontexte und Rezeptionen wieder und damit neu zu betrachten und zu entdecken.

Eine Ausstellung der Schirn Kunsthalle Frankfurt, der Kunsthalle zu Kiel und des Musée d’Art moderne de la Ville de Paris

Iwan N. Kramskoi, Die Unbekannte, um 1883, Kunsthalle zu Kiel, Foto: Martin Frommhagen, Kiel
Iwan N. Kramskoi, Die Unbekannte, um 1883, Kunsthalle zu Kiel, Foto: Martin Frommhagen, Kiel

SEE history 2007
Meisterwerke

15. Juli 2007 – Juli 2008

Seit über 150 Jahren sammelt die Kunsthalle zu Kiel klassische und aktuelle Kunst. Am 15. Juli 2007 ist es wieder soweit: das Ergebnis der jährlichen Neu-Inszenierung dieser Sammeltätigkeit kann in der Kunsthalle besichtigt werden. Unter dem Motto SEE history 2007 –Meisterwerke der Kunsthalle zu Kiel präsentiert das Museum die Glanzstücke seines Besitzes. Arbeiten aller künstlerischen Gattungen vermitteln einen Überblick der Intensität der Sammlungstätigkeit und der Qualität der Erwerbungen.

Die Sammlung umfasst heute rund 1.000 Gemälde, 200 Skulpturen und 40.000 Grafiken. Möglichst viele dieser Werke dem Besucher zugängig zu machen ist das Ziel des Konzeptes ‚SEE history’, das im jährlichen Wechsel und aus einem veränderten Blickwinkel, die Bestände des Museums präsentiert. So bleibt die Kunsthalle in Bewegung und erfindet sich und ihre Sammlung immer wieder neu.  In Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität werden ausgewählte Werke aus der Kieler Sammlung erstmals in einem Prachtband im Überblick und mit viel Raum für Überraschungen publiziert. Die Buchpräsentation wird im Rahmen der Kieler Museumsnacht am 31. August stattfinden.

Max Klinger, Zelt I, Der Schwanen Prinz, 1915, Kunsthalle zu Kiel
Max Klinger, Zelt I, Der Schwanen Prinz, 1915, Kunsthalle zu Kiel

Max Klinger und der Film
16. Juni – 9. September 2007

Max Klinger gehört zu den markantesten Künstlerpersönlichkeiten des Fin de Siecle. Aus Anlass seines 150. Geburtstages zeigt die Kunsthalle zu Kiel eine Auswahl seiner grafischen Zyklen, die zwischen Tag und Traum angesiedelt sind. In ihnen gelingt es dem Künstler die reale und die geträumt-fantastische Bildebene souverän miteinander zu verbinden. Ein wesentliches Kompositionselement seiner Bilderfolgen ist der 'Schnitt', der später auch für das Medium Film charakteristisch wird und es dem Betrachter ermöglicht, einzelne Bilder assoziativ miteinander zu verknüpfen. 'Max Klinger und der Film' untersucht erstmals Klingers Nähe zum Film und kombiniert die grafischen Zyklen mit ausgewählten 'bewegten Bildern' der Filmgeschichte.

Jules-Jean-Antoine Lecomte de Nouy, L
Jules-Jean-Antoine Lecomte de Nouy, L'Esclave blanche, 1888, Musee des Beaux-Arts, Nantes (Ausschnitt)

L’art Triomphant
16. Juni –  9. September 2007

Meisterwerke des 19. Jahrhunderts von Delacroix bis Sisley, aus dem Musée des Beaux-Arts de Nantes. Mit Werken von Künstlern wie Eugène Delacroix, Paul Delaroche, Jacques-Raymond Brascassat, James Tissot und Alfred Sisley eröffnet diese Ausstellung einen einzigartigen Einblick in die Vielfalt der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Wegbereiter der Moderne bis zum Impressionismus werden mit bedeutenden Werken vorgestellt. Vermittelt wird zugleich ein Einblick in die Sammlung des Musée des Beaux-Arts de Nantes, das sich für die Dauer der Ausstellung großzügig von vielen seiner Highlights trennt. In Nantes, der Landeshauptstadt des Pays de la Loire, der Partnerregion Schleswig-Holsteins, wird im Gegenzug die Kieler Sammlung mit einer repräsentativen Auswahl vorgestellt.
 

Helmut Kunde, Party, Langwedel 1979
Helmut Kunde, Party, Langwedel 1979

Kein Kiel
Post-Punk & No Wave

5. Mai – 3. Juni 2007

Angestoßen durch die englische Punkbewegung, ermutigt und inspiriert durch die Szenen in Hamburg, Berlin und Düsseldorf, begann ab etwa 1977 eine Gruppe 'Ungezogener' in Kiel ihren eigenen musikalischen Weg zu gehen. Punk traf auf Avantgarde, Rockabily auf New Wave, No Wave auf Glam, handgemacht auf elektronisch, Amateure auf Profis, politisch auf unpolitisch. Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung und Entwicklung der alternativen Musikszene in Kiel und das Lebensgefühl ihrer Protagonisten. Die atmosphärische Chronik wird in Beziehung zu vergleichbaren Szenen deutscher Großstädte und zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen der Zeit gesetzt. Zusätzlich werden aus der Sammlung der Kunsthalle zu Kiel Fotozyklen 'Kulturlandschaften' und 'Kieler Bunker' von Joachim Thode präsentiert, die die Stimmung in Kiel Ende der siebziger Jahre widerspiegeln.
 

Martin Lebioda, aus der Serie Taxi drive, Bombay 1996
Martin Lebioda, aus der Serie Taxi drive, Bombay 1996

Stille
Dirk Reinartz und Schüler
5. Mai 2007 – 3. Juni 2007

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Muthesius-Kunsthochschule im Jahr 2007 zeigt die Kunsthalle zu Kiel die Ausstellung 'Stille. Dirk Reinartz und Schüler'. Der international bedeutende Fotograf (1947-2004) lehrte sechs Jahre an der Kieler Muthesius-Kunsthochschule. Ausgewählten Fotografien von Reinartz, etwas seinen Reprotagen und Bildessays für das Zeit-Magazin, werden Werke einiger seiner Schüler an die Seite gestellt. Der Titel 'Stille' charakterisiert die langsame wie überlegte fotografische Annäherung, insbesondere von Dirk Reinartz, an die unmittelbare Umgebung sowie an selbstgestellte Themen.


Kiel Modern 1857
3. Februar – 29. April 2007

Mit einer Ausstellung von Gemälden regionaler Künstler wurde der erste Kunsthallenbau vor dem Kieler Schloss am 31. Juli 1857 der Öffentlichkeit übergeben. Der Schleswig-Holsteinische Kunstverein zeigte etwa 130 Werke von 61 Künstlern, die aus den damals noch zu Dänemark gehörenden Provinzen Schleswig und Holstein stammten, sich aber seit den 1840er Jahren zunehmend an der allgemeinen Kunstentwicklung in Deutschland orientierten. 'Kiel modern 1857' versucht eine Rekonstruktion dieser Ausstellung. Darüber hinaus sollen Einflüsse deutlich werden, die die Künstler Hochschulen wie Kopenhagen, Düsseldorf oder München und in Metropolen wie Rom, Paris oder Berlin aufnahmen. Die Ausstellung verfolgt diesen Anspruch auf eine eigene Identität bei gleichzeitiger Weltläufigkeit und verdeutlicht die Modernität dieser Auffassung.


Cecilia Edefalk
9. Dezember 2006 – 25. Februar 2007

Die in Stockholm lebende Malerin Cecilia Edefalk setzt die Reihe der in der Antikensammlung der Kunsthalle veranstalteten Ausstellungen fort. Erkennungszeichen ihrer Bilder ist die transparente, oft grautonige Farbsetzung, mit der sie fotografische Vorlagen in Malerei umsetzt. Häufig wiederholt sie ein und das selbe Motiv in verschiedenen Formaten, variiert die Ansichten überindividuell anmutender Figuren. Zugleich entfernt sich Cecilia Edefalk in ihren Bildern von dem äußeren Aspekt der Figuration, um hinter dem Schein der Wirklichkeit etwas Tieferes, Irreales festzuhalten, das der Beschwörung eines Urbildes nahe kommt.

Katalogcover
Katalogcover

Per Kirkeby. Figur
7. Oktober 2006 – 21. Januar 2007

Die Ausstellung, die eine konzentrierte Auswahl von Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen von den 1960er Jahren bis heute umfasst, stellt vor, welche Bedeutung dem Figürlichen bei Kirkeby im Kontext der Abstraktion zukommt. Aber auch über Stilbruch, Zitat, Serie und Variation eröffnet sich der weltbekannte dänische Künstler neue ästhetische Möglichkeiten für seinen außergewöhnlichen künstlerischen Weg.

SEE history 2006
Schätze Bilden

23. Juli 2006 – Juli 2007

Mit ihrer jährlichen Sammlungspräsentation realisiert die Kunsthalle zu Kiel auch in diesem Jahr wieder ein außergewöhnliches Projekt. Bei 'SEE history 2006. Schätze bilden' stehen für ein Jahr Werke im Fokus, die vorwiegend von deutschen Unternehmen für die Kunsthalle zu Kiel erworben wurden. In jedem Sammlungsraum steht die Neuerwerbung eines Unternehmens im Zentrum und tritt mit Werken der Kunsthalle in einen Dialog. Auf diese Weise eröffnen sich andere Blickwinkel und neue Bezüge zu alt bekannten oder auch lang nicht gezeigten Kunstwerken aus dem Bestand des Museums. Über ein klassisches Sponsoring hinaus wurden die Firmen dabei an Entscheidungsprozessen beteiligt und in die Ausstellungskonzeption einbezogen. Zugleich sichern sie durch ihre Ankäufe, deren Gesamtwert sich auf über 250.000,- Euro beläuft, den Ausbau der Kieler Sammlung. 19 Werke aus Malerei, Skulptur und Fotografie von Künstlern wie Martin Boyce, Katharina Grosse, Per Kirkeby oder Andreas Slominski bereichern in Zukunft die etwa 1200 Werke umfassende Sammlung der Kunsthalle. Das unternehmerische Engagement von Firmen wie der HSH Nordbank, mare, den Provinzial Versicherungen, Kiel oder der Damp Holding AG wird durch Schenkungen des Landes Schleswig-Holstein und des Künstlerduos RothStauffenberg ergänzt.

Tomma Abts
Malerei

22. Juli – 17. September 2006

Mit ihren Bildern widersetzt sich die in Kiel geborene Künstlerin Tomma Abts gängigen Kategorien einer abstrakt-geometrischen Malerei. Vieldeutig erscheinen die von verschachtelten Streifen oder von geschwungenen Farbbahnen durchzogenen Bildflächen.  Linien hinterfangen spannungsvolle Schatten, Flächen erhalten überraschend Körperlichkeit, Farbränder von Übermalungen steigern sich zu taktilen Akzenten im Bild. Tomma Abts’ Werke, stets im gleichen Format gehalten, entstehen langsam. Der nachvollziehbare Prozess des Farbauftrags lädt zur intensiven Wahrnehmung der Maloberfläche ein und erzählt ein Stück Geschichte zum jeweiligen Bild. Fern von computergestützten Simulationen verblüffen Tomma Abts’ Gemälde durch ihren Formenreichtum und bieten Stoff für eine neue Art des Innehaltens vor dem Bild.


Tania Bruguera
Installation / Performances

22. Juli – 17. September 2006

In ihrer Klanginstallation 'Porträts' setzt sich die kubanische Künstlerin Tania Bruguera auf außergewöhnliche Weise mit politischen Kommunikationsstrategien auseinander. Durch die aufwändige Umwandlung von Worten, Rhythmus und Intensität der Reden unterschiedlichster politischer Persönlichkeiten (Ghandi, Castro, Hitler etc.) in eine Partitur, die von einem Chor geklatscht wird, transferiert die Künstlerin deren Inhalt und Ausdruck in eine direkte Zuhörerreaktion. Ergänzt wird diese Installation am Eröffnungstag durch eine Performance im Außenbereich der Kunsthalle zu Kiel, die durch den Einsatz von Sicherheitspersonal eine leicht bedrohliche Atmosphäre erschafft und damit wiederum Bezug auf politische Veranstaltungen nimmt.

Eine Ausstellung der Kunsthalle zu Kiel und der Kunsthalle Wien.


Eija-Liisa Athila
Film

22. Juli 2006–17. September 2006

Im Werk der Finnin Eija-Liisa Athila zerfließen die Grenzen von Dokumentation und Fiktion, Film- und Kunstszene, Wirklichkeit und Phantasie. Das Alltägliche gleitet unmerklich in das Absurde und offenbart so den Übergang vom innen zum außen, zwischen dem Ich und den anderen. Identitätsfindung und Kontrollverlust in Momenten emotionaler Zerbrechlichkeit sind zentrale Themen in den 'menschlichen Tragödien', wie die Athila selbst ihre Arbeiten beschreibt, die sich mittels Bildüberblendungen und stetig wechselnder Rhythmisierung einer linearen Erzählstruktur widersetzen. Nach der Kasseler documenta, der Biennale in Venedig und einer Einzelschau in der Londoner Tate Modern zeigt nun die Kunsthalle zu Kiel erstmals die Filme der Künstlerin.

Isa Genzken, Zwei Regiesessel, 2003 © Isa Genzken, Kunsthalle zu Kiel
Isa Genzken, Zwei Regiesessel, 2003 © Isa Genzken, Kunsthalle zu Kiel

Isa Genzken
Skulptur

22. Juli  – 17. September 2006

Isa Genzken zählt zu den international bekanntesten zeitgenössischen Künstlern. Mit einem unkonventionellen Materialeinsatz hat sie wesentlich zur Erweiterung der Skulptur der letzten drei Jahrzehnte beigetragen. In ihrem überwiegend kühlen, manchmal stark formalisierenden Werk stand in den 1970er Jahren die strikte Autonomie der Form in perfekt ausgeloteten minimalistischen Objekten im Blickpunkt. Für die 1980er Jahre ist ein offener Umgang mit der Skulptur über die ruinenhaften, von Rohbau-Materialität bestimmten „Beton“-Arbeiten kennzeichnend, die an Architekturmodelle erinnern. In den Arbeiten der letzten Jahre erhalten Überformungen und funkartige Dekors etwas existentiell Melancholisches und Geweihtes. In der Kunsthalle zeigt Isa Genzken eine eigens für Kiel konzipierte Werkschau.

Katalogcover
Katalogcover

Ballermann
Die Ausstellung

30. April 2006 – 9. Juli 2006

Seit den 70er Jahren ist Mallorca die 'liebste Insel der Deutschen'. Entlang der 'Playa de Palma' entstand ein Lebens- und Partystil, der von den einen vergöttert, von den anderen verachtet wird.  In 'Ballermann. Die Ausstellung' wird dieses Phänomen durch die Brille der zeitgenössischen Kunst betrachtet. Massengeschmack und distinguierter Kunstgeschmack nähern sich an. Spaß an der Kunst und Spaß an der Popkultur finden zusammen.

Mit Werken u. a. von: Frank Bauer, Olaf Breuning, Werner Büttner, Sylvie Fleury, Anton Henning, Christian Hoischen, Martin Kippenberger, Jeff Koons, Elke Krystufek, Stefan Panhans, Rosa von Praunheim, Thomas Rentmeister, RothStauffenberg, Markus Sixay, Otto Snoek, Massimo Vitali. Übertragung aller Spiele der Fußball WM in der Fußball-Lounge auf Großleinwand.