Ausstellungen

Rückblick

Vergangene Ausstellungen 2014-2015

Via Lewandowsky, “Don’t cry”, 2015, ITT Cassette, Recorder SL 500, Schrittmotor, Verdampfer, MP3-Player, Steuerung, Besitz des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Thomas Bruns
Via Lewandowsky, “Don’t cry”, 2015, ITT Cassette, Recorder SL 500, Schrittmotor, Verdampfer, MP3-Player, Steuerung, Besitz des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Thomas Bruns

Via Lewandowsky  – Hokuspokus
3. Oktober 2015 – 31. Januar 2016

Unter dem Titel „Hokuspokus“ widmet sich Via Lewandowsky in der Kunsthalle zu Kiel der Bedeutung von Glaube, Ritual und Aura. Drei große szenische Installationen sind eigens für die Ausstellung entstanden, die insgesamt 38 Werke zeigt. Der Künstler löst die Gegenstände aus ihrem Kontext. Hintersinnig und immer wieder humorvoll lässt er sie – durch die Kombination von Bild, Bewegung und Ton - ein Eigenleben führen.

Das Prozesshafte, die Materialgeschichte der Dinge und die philosophische Frage nach der Möglichkeit des Scheiterns bieten dem Künstler Raum, die Notwendigkeiten und Mechanismen kultureller Tradition sowie die Bedeutung von Ritualen zu untersuchen. Via Lewandowsky wurde 1963 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Neben Objekten und Installationen realisiert er Kunst im öffentlichen Raum. 2015 entwarf er für die Inszenierung Der gute Mensch von Sezuan am Berliner Ensemble unter der Regie von Leander Hausmann das Bühnenbild.

Zur Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler ein Katalog erschienen.

Die Ausstellung ist im Anschluss vom 14.2. bis zum 29.5.2016 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen.

Jürgen Ovens, „Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf“, um 1665, Öl auf Leinwand, 215 x 165 cm, 1665 der Christian-Albrechts-Universität geschenkt, Foto: Kunsthalle zu Kiel, Martin Frommhagen (Detail)
Jürgen Ovens, „Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf“, um 1665, Öl auf Leinwand, 215 x 165 cm, 1665 der Christian-Albrechts-Universität geschenkt, Foto: Kunsthalle zu Kiel, Martin Frommhagen (Detail)

CAUboys. Kunst und Universität
28. Februar - 11. Oktober 2015

CAUboys. Kunst und Universität widmet sich im Jahr des 350-jährigen Bestehens der Christian Albrechts-Universität (CAU) den vielfältigen Verbindungen zwischen universitärer Lehre in Kiel und der Kunst. So sind große Namen der klassischen Moderne eng mit der CAU verbunden: Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff erhielten beispielsweise die Ehrenbürgerwürde der Universität, Emil Nolde sowie Christian Rohlfs waren Ehrendoktoren. Mit Franz Gertsch ist in jüngerer Vergangenheit einer der bedeutendsten Schweizer Künstler der Gegenwart hinzugekommen. Die Präsentation ihrer Werke bildet den Schwerpunkt der Ausstellung. Seit den Anfängen der CAU schulten Zeichenlehrer wie Theodor Rehbenitz oder Friedrich Loos die Studierenden und vermittelten das ‚Denken mit der Hand‘. Ihr Werk wird ebenso vorgestellt wie die Professorenporträts, die ein lebendiges und eindrucksvolles Bild aus 350 Jahren CAU Geschichte vermitteln.

 

Die Künstler der Ausstellung: Johann Wilhelm Bauer (Baur), Abraham Bloemaert, Ima Breusing, Hendrik ter Brugghen, Else Wex-Cleemann, Hans Peter Feddersen, Conrad Fehr, William Gowe Ferguson, Franz Gertsch, Erich Heckel, Melchior de Hondecoeter, Christian Albrecht Jensen, Leopold von Kalckreuth, Gisela Klingmüller, Franz von Lenbach, Friedrich Loos, Deutscher Meister, Russischer Meister, Emil Nolde, Jürgen Ovens, Carl Rahl, Theodor Rehbenitz, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Jan Sanders (gen. van Hemessen), Adriaen van de Venne, Christian Leonhard Wasmuth, Valentin Wassner

Besonderer Dank an die Nolde-Stiftung Seebüll, das Brücke-Museum Berlin, den Nachlass Erich Heckel Hemmenhofen sowie Franz und Maria Gertsch

 

Tabor Robak, "20XX", 2013, Einkanal-HD Video, real-time 3D, 10 Minuten © Tabor Robak
Tabor Robak, "20XX", 2013, Einkanal-HD Video, real-time 3D, 10 Minuten © Tabor Robak

playing future
27. April – 13. September 2015

Welche Bilder begleiten unsere Vorstellung der Zukunft?
Die Ausstellung playing future zeigt Werke, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Jenseits konkreter Vorhersagen und Handlungsoptionen kommentieren Künstlerinnen und Künstler beispielsweise gesellschaftlich etablierte Bildentwürfe von möglichen städtischen Räumen, Formen zukünftiger Mobilität oder die Idee vollständig technisierter Kommunikationswege. Die opulente Bildsprache des Science Fiction ist dabei ebenso präsent wie das Minimale, die Reduktion. Elementare Fragen der Zeit- und Raumerfahrung bestimmen diese Reflexionen: Die Zeit ist dabei die zentrale Größeneinheit, die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet.

Künstler: Yto Barrada, Julian Charrière, Pierre Delavie, Jeppe Hein, Carsten Höller, Navid Nuur, Tabor Robak, RYBN.ORG, Raqs Media Collective, Björn Schülke, Max Sudhues, Nasan Tur, Gregor Wosik

Die Ausstellung findet anlässlich des 350-jährigen Bestehens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt und wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet

Henri Gaudier-Brzeska, "Selbstbildnis", 1913, Pastell auf Papier, 51,7 x 36,5 cm © Southampton City Art Gallery (Detail)
Henri Gaudier-Brzeska, "Selbstbildnis", 1913, Pastell auf Papier, 51,7 x 36,5 cm © Southampton City Art Gallery (Detail)

Sterne fallen
Von Boccioni bis Schiele. Der Erste Weltkrieg als Ende europäischer Künstlerwege

11. Oktober 2014 – 8. Februar 2015

Die Kunsthalle zu Kiel präsentiert anlässlich des Gedenkjahres zum Beginn des ersten Weltkriegs mit der Ausstellung Sterne fallen einen einzigartigen Querschnitt durch die Vorkriegsmoderne in Deutschland und Europa. Sterne fallen widmet sich Künstlern, deren Leben und damit auch Schaffenszeit durch den Krieg und deren Begleitumstände wie die Spanische Grippe und Suizid jäh beendet wurde. Der Titel der Schau zitiert den expressionistischen Dichter August Stramm, der sein Gedicht „Wunde“ im ersten Weltkrieg verfasste und diesem ebenfalls zum Opfer fiel.
In der Präsentation sind Werke von 60 Künstlern und Künstlerinnen aus 12 europäischen Nationen zu sehen, von denen einige Namen in Deutschland und international im Gedächtnis geblieben sind. Dazu zählen Franz Marc und August Macke, Albert Weisgerber und Umberto Boccioni. Die Werke vieler weiterer Künstler sind gar nicht erst oder nur spärlich in öffentliche Sammlungen gelangt und finden in dieser Ausstellung  erstmals ein öffentliches Forum. Sterne fallen fächert ein breites Spektrum unterschiedlichster Stilrichtungen in einer Zeit einschneidender politischer und künstlerischer Umwälzungen auf. Es werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen von meist jungen Talenten zu sehen sein, von denen viele kaum Gelegenheit hatten, ihr Werk reifen zu lassen. Die Ausstellung spürt damit auch der Frage nach, inwiefern diese Zäsur Auswirkungen auf die gesamte Klassische Moderne genommen hat.

Nicht nur die in Sterne fallen präsentierten Künstler, auch die öffentlichen und privaten Leihgeber kommen aus ganz Europa: von der Tate in London bis zum State Russian Museum in Sankt Petersburg, von der Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon bis zum Moderna Museet in Stockholm.

Künstler: Louis Abel-Truchet, Paul Adametz, Anton Albers d.J., Hans Barthelmeß, Josef Berchtold, Benno Berneis, Ernst Bischoff-Culm, Umberto Boccioni, Walther Bötticher, Hanns Bolz, Aroldo Bonzagni, Hans Beppo Borschke, Wladimir Burljuk, Ernst Burmester, Gustav Crecelius, Raymond Duchamp-Villon, Leopold Durm, Hans am Ende, Joë English, Hans Fuglsang, Henri Gaudier-Brzeska, Gustav Gildemeister, Harold Gilman, Hans Gsell, Raymond de la Haye, Franz Henseler, Franz Hofer, Bruno Jacob, Gustav Kampmann, Bohumil Kubišta, Maximilian Kurzweil, Michail Le-Dantju, Wilhelm Lehmbruck, Hans Lesker, Siegfried von Leth, Friedrich Lissmann, Ivan Lönnberg, August Macke, Franz Marc, Wilhelm Morgner, Franz Nölken, Nadežda Petrović, Jindřich Prucha, Waldemar Rösler, Walter Rosam, Olga Rozanowa, Antonio Sant’Elia, Kurt Schäfer, Egon Schiele, Jules Schmalzigaug, Götz von Seckendorff, Rudolf Sievers, Amadeo de Souza-Cardoso, Hermann Stemmler, Hermann Stenner, Hans Sutter, Karl Thylmann, Albert Weisgerber, Konrad Westermayr, Josef Alfons Wirth

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen

 

Angela Glajcar, "Weiß", 2014, Rauminstallation Zellulose 800g, Flachstahl und Schrauben, Schleswig-Holsteinischer Kunstverein in der Kunsthalle zu Kiel © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Schleswig-Holsteinischer Kunstverein, Helmut Kunde
Angela Glajcar, "Weiß", 2014, Rauminstallation Zellulose 800g, Flachstahl und Schrauben, Schleswig-Holsteinischer Kunstverein in der Kunsthalle zu Kiel © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Schleswig-Holsteinischer Kunstverein, Helmut Kunde

Angela Glajcar – Weiß
(Ausstellungsreihe des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins)
12. September 2014 – 8. Februar 2015

2014 präsentiert der Schleswig-Holsteinische Kunstverein zum dritten Mal eine temporäre, ortsspezifische Installation in der Kunsthalle zu Kiel. Die in diesem Jahr ausgewählte Bildhauerin Angela Glajcar arbeitet vornehmlich mit Papier in raumfüllenden Formaten:
Das Kieler Werk aus 800 g/qm schwerem Material ist monumental und zart zugleich; es verbindet Gegensätze wie hart und weich, hell und dunkel. So lässt sich der Titel Weiß sowohl auf die Farbe des Papiers als auch auf deren metaphysische Bedeutung beziehen. Angela Glajcars kraftvolle Installation verändert den Raumeindruck und setzt sich in Beziehung zur Architektur der Kunsthalle.

 

Dan Perjovschi, "The July Report", 2014 (Detail) Edding auf Wand, Maße variabel, Wandmalerei in der Kunsthalle zu Kiel © Dan Perjovschi, Foto: Helmut Kunde
Dan Perjovschi, "The July Report", 2014 (Detail) Edding auf Wand, Maße variabel, Wandmalerei in der Kunsthalle zu Kiel © Dan Perjovschi, Foto: Helmut Kunde

Netz
Vom Spinnen in der Kunst

28. Juli – 16. November 2014

Netz. Vom Spinnen in der Kunst präsentiert rund 55 Werke von 25 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern sowie einen historischen Exkurs mit graphischen und naturkundlichen Werken des 16. bis 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Idee des Netzes: Die ausgestellten Werke zeigen natürlich gesponnene Spinnennetze, verknüpfe Begriffe und Daten in Diagrammstrukturen oder arbeiten mit den flexiblen Daten des Internets. Netzstrukturen verbinden Bilder, Texte und akustische Signale miteinander. Sie sind ständig in Bewegung und wesentlicher Bestandteil der globalisierten Welt. Naturwissenschaftlich-mathematische Fragestellungen, kreative Formen von Codierungen und kartographische Visualisierungen spielen ebenso eine Rolle wie die sozial-politischen Dimensionen von Netzwerken. Netz widmet sich damit Fragen unserer Gegenwart und folgt zugleich einem jahrtausendealten Thema – denn das Netz ist eine Metapher, die bereits seit der Antike Gegenstand künstlerischer Fragen ist.


Die Künstler der Ausstellung:
Monica Baer, Felix Bonowski, Edward Burtynsky, Silvie Deutsch, William Engelen, Daniel Franke und Cedric Kiefer, Peter Kogler, Pia Linz, Barrett Lyon, Jenny Michel, Trevor Paglen, Dan Perjovschi, Julius Popp, Jens Risch, Tomás Saraceno, Julia Schmid, Chiharu Shiota, Marcus Steinweg, Thomas Stellmach und Maja Oschmann, Philip Topolovac, Clement Valla, Jorinde Voigt, Otto Zitko


Erhard Schön, Petrarcameister, Giovanni Paolo Cimerlini, Jost Amman, Hans Vredeman de Vries, Matthäus Merian der Ältere, Gregor Fentzel, Ernst Ludwig Creite, Johann Rudolf Metzger, Bernhard Rode, Theodor Rehbenitz, Friedrich Olivier, Herbarien


Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen
 

Elsbeth Arlt, aus der Serie: „aquarellieren", 95 Blätter, Aquarell, Bleistift, Schreibmaschine © Elsbeth Arlt, Foto: Kunsthalle zu Kiel, Sönke Ehlert
Elsbeth Arlt, aus der Serie: „aquarellieren", 95 Blätter, Aquarell, Bleistift, Schreibmaschine © Elsbeth Arlt, Foto: Kunsthalle zu Kiel, Sönke Ehlert

Elsbeth Arlt „aquarellieren“
Tägliche Notationen 1/9/96 – 30/11/96

5. Juli – 28. September 2014


Die im Jahr 2012 durch den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein für ihr Lebenswerk geehrte Künstlerin Elsbeth Arlt (* 1948) ist mit einer Werkschau der besondere Art in der Graphischen Sammlung vertreten. Die tagebuchartige Serie, von der Künstlerin lakonisch „aquarellieren“ betitelt, dokumentiert in 95 Einzelblättern eindrucksvoll die intellektuelle und ästhetische Dimension ihrer konzeptuellen Arbeitsweise.
Die fast hundert Blätter sind als künstlerisch-sprachliche Aufzeichnungen vom 1. September bis zum 30. November 1996 in Aquarell, Bleistift und Schreibmaschine entstanden. Das tagtägliche Malen und Zeichnen, Sammeln, Notieren und Bearbeiten von Gegenständen, Bildern, Wörtern und Sätzen ließ ein Archiv entstehen, in dem Bild und Text eine Synthese bilden, oder auch in einer antithetischen Zusammenfügung gerade durch das scheinbar Gegensätzliche ihre Bedeutung erlangen.
Teil der Ausstellung ist zudem der Film „morgens um halb acht“ (1993), in dem die Künstlerin einprägsam über ihre Arbeit, ihre Malgründe und ihr Umfeld spricht, während vor ihrem Flensburger Atelier der morgendliche Verkehr mal fließt, mal stockt.
Die Arbeiten wurden als Schenkung der Künstlerin dem Schleswig-Holsteinischen Kunstverein übergeben.
 

Ausstellungsansicht Muthesius Preis 2014, Kunsthalle zu Kiel © Anja Kühn, Kiel
Ausstellungsansicht Muthesius Preis 2014, Kunsthalle zu Kiel © Anja Kühn, Kiel

Muthesius Preis 2014
für Kunst, Raum und Design

14. Juni – 2. Juli 2014

Der Muthesius Preis wird von der Muthesius Gesellschaft durchgeführt und verliehen. Ausschreibung und Ausstellung finden in Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule sowie der Kunsthalle zu Kiel statt. Der Wettbewerb richtet sich an Absolventen und ehemalige Studierende der Muthesius Kunsthochschule, die innerhalb der letzten zwei Jahre ihren Abschluss erworben haben. Der Preis wird für qualitativ herausragende, zeitgenössische, innovative Leistungen verliehen und gliedert sich in zwei Kategorien: Bildende Kunst sowie Design/Raumstrategien. In beiden Kategorien sollten insbesondere interdisziplinäre, die Grenzen der Fachbereiche überschreitende Arbeiten gefördert werden. Ziel ist es, die besten Absolventen der Muthesius Kunsthochschule zu fördern und überregional bekannt zu machen. Die in der Kunsthalle ausgestellten Arbeiten sind von hochschulunabhängigen Vorjurys aus etwa 100 Bewerbungen ausgewählt worden. Hieraus werden die Preisträger von zwei überregionalen und international orientierten Fachjurys nominiert.
Neben dem eigentlichen Muthesius Preis wird auch ein Publikumspreis verliehen. Alle Besucher sind eingeladen, ihre eigene Stimme für jeweils einen Preisträger in beiden Kategorien abzugeben.
 

Nicolas Robert, "Drei Stängel mit verschiedenfarbigen Narzissen", o.D. (Mitte des 17. Jh.), Deckfarbe auf Pergament, 29,5 x 26,7 cm © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Sönke Ehlert
Nicolas Robert, "Drei Stängel mit verschiedenfarbigen Narzissen", o.D. (Mitte des 17. Jh.), Deckfarbe auf Pergament, 29,5 x 26,7 cm © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Sönke Ehlert
„Vom Eise befreit…“
Frühlingsspaziergang mit Werken aus der Graphischen Sammlung
15. März – 22. Juni 2014
 
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick“ – Mit diesen berühmt gewordenen Zeilen lässt Goethe seinen Faust den Frühling begrüßen. Die Graphische Sammlung zeigt in ihrer ersten Bestandspräsentation des Jahres Werke, die sich auf vielfältige Art und Weise dieser wohl schönsten Jahreszeit zuwenden. Den Kern der Ausstellung bildet der bekannte Zyklus „An den Frühling“ von 1899 des Worpsweder Künstlers Heinrich Vogeler mit seinen stimmungsvollen Radierungen. Frühlingsdarstellungen aus den im 17. Jahrhundert beliebten Jahreszeitenzyklen sind durch Werke von Crispin de Passe d. Ä. und Jan van de Velde vertreten, die Natur- und Genredarstellungen anschaulich verbinden. Der Faust’sche Osterspaziergang wird in der von Goethe sehr geschätzten Version des Nazareners Peter Cornelius von 1816 und  in den damals sehr populären Umrissradierungen des Zeitgenossen Moritz Retzsch gezeigt.
Des Weiteren widmete sich eine Vielzahl von Künstlern des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie unter anderem Carl Arp und Friedrich Boie der facettenreichen Darstellung des Frühlings in Aquarellen, Handzeichnungen und Graphiken, die ebenfalls in dieser Ausstellung zu sehen sein werden.
 
Künstler: Carl Arp, Friedrich Boie, Emke Bruhn, Georg Burmester, Peter Cornelius, Paul Eliasberg, Louis Gurlitt, Oskar Moll, Crispin de Passe d. Ä., Moritz Retzsch, Nicolas Robert, Christian Rohlfs, Miron Schmückle, Emmanuel Sweert, Heinz Trökes, Jan van de Velde, Marten de Vos.
Ausstellungsansicht "Kiel leuchtet! Im Rausch der Farbe. Die Sammlung 2014" © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde
Ausstellungsansicht "Kiel leuchtet! Im Rausch der Farbe. Die Sammlung 2014" © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde

Kiel leuchtet! Im Rausch der Farbe
Die Sammlung 2014

8. März 2014 – 21. September 2014

Die 12 Räume der aktuellen Sammlungspräsentation präsentieren sich in 12 Farben. Die Farbauswahl sowie ihre Abfolge durch die Räume folgen dem Regelwerk des Farbkreises nach Harald Küppers
(* 1928).

Das Zusammenspiel der einzelnen Farben mit den Blickachsen, die sich durch die Raumfolge ergeben, bietet  immer neue Ansichten, die sowohl die Architektur des Altbaus der Kunsthalle als auch einzelne Werke betonen. Die Wandfarben bestimmten die Auswahl der Werke maßgeblich mit und erzeugen unterschiedliche Wahrnehmungssituationen: In einigen Räumen stehen die Werke in starkem Kontrast zur Wandfarbe, in anderen werden sie  von den farbigen Flächen harmonisch umfangen. Kiel leuchtet! in dem diesjährigen Fokus auf die Wirkung von Farbe – im Werk und auf der Wand.

Zu sehen sind Werke von:

Abraham Bloemaert, Iwan Schischkin, Christian Rohlfs, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein, Alexej von Jawlensky, Max Beckmann, Willi Baumeister, Roman Opalka, KO Götz, Peter Brüning, François Morellet, Günter Fruhtrunk, Bridget Riley, Gotthard Graubner, Arnulf Rainer, Imi Knoebel, Marlene Dumas, Sigmar Polke, Markus Lüppertz.

 

Corinne Wasmuht, "Transverse NXL", 2011, Öl auf Holz, 271 x 254 cm, Kunsthalle zu Kiel © Corinne Wasmuht, Foto: Petzel Gallery und Johann König, Berlin
Corinne Wasmuht, "Transverse NXL", 2011, Öl auf Holz, 271 x 254 cm, Kunsthalle zu Kiel © Corinne Wasmuht, Foto: Petzel Gallery und Johann König, Berlin

Corinne Wasmuht
Supraflux

15. Februar - 9. Juni 2014

 
Die Kunsthalle zu Kiel beginnt das Ausstellungsprogramm 2014 mit einer Werkschau der Künstlerin Corinne Wasmuht (*1964 in Dortmund), die zu den bedeutendsten deutschen Malerinnen der Gegenwart zählt. Die Ausstellung umfasst Werke von 1989 bis in die Gegenwart, von den frühen, mikroskopisch anmutenden Strukturbildern bis zu ihrem jüngst vollendeten Gemälde. Das wandfüllende Werk wird im Rahmen dieser Einzelausstellung zum ersten Mal öffentlich präsentiert.
Das Werk von Corinne Wasmuht zeichnet sich durch eine vielschichtige, akribische Malweise und eine hohe Farbintensität aus. Die Künstlerin entwirft in großformatigen Ölgemälden Räume und Raumschichtungen, die mit Überlagerungen und Wiederholungen arbeiten. Einzelne Fragmente bleiben gegenständlich, andere lösen sich bis zur Abstraktion auf. Durch Doppelungen und Überschneidungen von Bildperspektiven und das Ineinanderblenden von Strukturen entstehen Eindrücke von rauschender Geschwindigkeit und leuchtender Farbigkeit.
Die künstlerische Recherche von Corinne Wasmuht zeigt sich auch in ihren zahlreichen Papiercollagen. Diese sind Teil von Corinne Wasmuhts Bildarchiv, das Abbildungen aus Zeitschriften, Prospekten und weitere Drucksachen umfasst. Die Papierarbeiten und ihre thematische Zusammenstellung unter Stichworten wie „Astronauten“, „Wasser“ oder „Explosionen“ zeigen einmal mehr das elementare Interesse der Künstlerin an visuellen Strukturen und ihren großen Assoziationsreichtum. Eine Auswahl aus diesen Collagen wird ebenfalls Teil der Ausstellung sein.
 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen