Ausstellung

Rückblick

Vergangene Ausstellungen 2020-2021

Albert Aereboe, Bildnis Dr. Friedrich Bonhoff, 1924 © die LÜBECKER MUSEEN, Museum Behnhaus Drägerhaus
Albert Aereboe, Bildnis Dr. Friedrich Bonhoff, 1924 © die LÜBECKER MUSEEN, Museum Behnhaus Drägerhaus
Zauber der Wirklichkeit. Der Maler Albert Aereboe

20. März bis 6. September 2021

Die Kunsthalle zu Kiel zeigte eine monografische Ausstellung zum Werk des Malers Albert Aereboe (Lübeck, 1889–1970). Aereboe ist im Kunst- und Ausstellungsgeschehen weitgehend unbekannt geblieben. Erstmals seit fast 40 Jahren präsentierte Zauber der Wirklichkeit. Der Maler Albert Aereboe umfänglich seine künstlerisch fruchtbarste Phase von 1914 bis 1930, in der neben eindringlichen Porträts und raffiniert arrangierten Stillleben magisch anmutende Szenerien entstehen. Vor allem seine dem Jugendstil und der Neuen Sachlichkeit verpflichteten Bilder üben eine nachhaltige Faszination aus. Darüber hinaus beleuchtete die Ausstellung auch mittels Archivalien, Fotografien und Dokumenten aus Privatbesitz die künstlerische Entwicklung Aereboes und gab einen Ausblick auf seine letzten Lebensjahre.

Die Kunsthalle widmete dem Künstler bereits 1928 eine Ausstellung. In der Folge kam es zu ersten und wichtigen Erwerbungen für die Sammlung des Hauses: 1933 das Gemälde Blumenstrauß sowie 1936 Der Einsiedler. Davon ausgehend versammelte die Ausstellung rund 60 hochrangige, zum Teil selten gezeigte Leihgaben aus musealem und privatem Besitz und lud dazu ein, sich auf die Spuren dieser aufs Neue zu entdeckenden Künstlerpersönlichkeit zu begeben.

Ausstellungsansicht "Right here. Right now.", 2020 © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde
Ausstellungsansicht "Right here. Right now.", 2020 © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Helmut Kunde
Right here. Right now. Jeppe Hein zu Gast in der Sammlung

3. Oktober 2020 bis 21. Februar 2021

Die Kunsthalle zu Kiel zeigte in Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Kunstverein im Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr Werke des gebürtigen Dänen Jeppe Hein im Kontext künstlerischer Positionen aus der Sammlung. Die rund 30 ausgestellten Arbeiten widmeten sich dem Thema der Spiegelung und der Doppelung im weitesten Sinne: Spielarten der Abstraktion und Selbstreflexion, Vervielfachung und Verzerrung stellten die eigene Wahrnehmung und die Vorstellung davon, was ein Bild ist, auf die Probe. Jeppe Hein stellt mit interaktiven Kunstwerken Kontakt zu den betrachtenden Personen her. Die Anregung zu Kommunikation und Partizipation ist ein Merkmal seiner Kunst. Den Werkstoff Spiegel und den Effekt des Spiegelbildes setzt er ein, um den Umraum im Kunstwerk erfahrbar zu machen und spielerisch Kontakt herzustellen – zu sich selbst und zu anderen. Jeppe Hein lädt mit seinen Werken Passant*innen im öffentlichen Raum ein, durch das eigene Handeln das Kunstwerk zu erfahren und zu erleben. In Kiel bildet seit 2004 das von ihm entworfene, betretbare Wasserspiel Changing Invisibility den Mittelpunkt der Hiroshima-Parkanlage. Hein zählt zu den international renommierten Gegenwartskünstler*innen mit reger Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. An Jeppe Heins Auseinandersetzung mit Spiegelungen knüpften die ausgewählten Positionen der Sammlung der Kunsthalle an. Erstmals wurde die vom Stifterkreis erworbene WeltenLinie von Alicja Kwade, die 2018 eigens für die Kunsthalle angefertigt wurde, in einem Sammlungskontext gezeigt.

Künstler*innen der Gruppenausstellung:
Josef Albers, Willi Baumeister, Tony Bevan, Conrad Böhndel, Gottfried Brockmann, Jürgen Brodwolf, Peter Brüning, Harald Duwe, Carl Rudolph Fiebig, Isa Genzken, K.O. Götz, Jeppe Hein, Gerhard Hoehme, Georg Friedrich Kersting, Willy Knoop, Alicja Kwade, Adolf Luther, Stefan Panhans, Max Sudhues, Emilio Vedova, Bill Viola

Rachel Maclean, Coffee 4 Hugs, 2019, digital painting from the Native Animals series  Commissioned by Arsenal Contemporary, © and Courtesy: The Artist
Rachel Maclean, Coffee 4 Hugs, 2019, digital painting from the Native Animals series Commissioned by Arsenal Contemporary, © and Courtesy: The Artist
Rachel Maclean

14. Februar bis 6. September 2020

Die multimedial arbeitende Künstlerin Rachel Maclean (*1987, Schottland) wurde in der Kunsthalle zu Kiel in ihrer ersten musealen Einzelausstellung in Deutschland gezeigt. Mittels digitaler Video-, Virtual Reality- und Fototechnik entwirft Maclean bildgewaltige Erzählungen, die in grellfarbigen Fantasiewelten spielen. Ihre humorvollen und bitterbösen Gegenwartssatiren beziehen sich auf Märchen wie Rotkäppchen und der Wolf oder Der Wind in den Weiden. Mit opulenten Kostümen und aufwendigem Make-up spielt die Künstlerin ihre verschiedenen Figuren fast immer selbst. In ihren unverwechselbaren Arbeiten widmet sich Rachel Maclean Themen wie dem Nationalismus, den Veränderungen des sozialen Lebens im virtuellen Raum, Geschlechterbildern und dem Konsumverhalten. Die Ausstellung zeigt HD-Video-Projektionen, eine VR-Installation sowie digitale Malereien.

Erstmals in Europa präsentierte die Kunsthalle auch Macleans jüngstes Werk „Native Animals“ (Einheimische Tiere, 2019). Die Arbeit besteht aus 23 digitalen Malereien und einer Acht-Kanal-Video-Installation. Die Künstlerin widmet sich darin unter anderem der britischen Identität und dem Brexit. Die Kunsthalle zu Kiel erhielt dieses Werk als Schenkung der Künstlerin. Weitere Werke der Ausstellung widmeten sich Bildern von Weiblichkeit, der Macht der Werbung und dem Phänomen des Niedlichen, das wesentlicher Bestandteil unserer Alltagskultur geworden ist.