Provenienzforschung

Provenienzforschung an der Kunsthalle zu Kiel

Gemälde, Skulpturen und Grafik

© Kunsthalle zu Kiel
© Kunsthalle zu Kiel

Die Provenienz eines Kunstwerks beschreibt dessen Herkunft oder auch „Biografie“. Sie gibt Auskunft darüber, wann sich das Werk in wessen Besitz und an welchem Ort befand. Die Provenienzforschung gehört damit zu den zentralen Aufgaben einer verantwortungsvollen Museumsarbeit.

Die Kunsthalle zu Kiel untersucht seit 2014 systematisch die Bestände, die ab 1933 in die Kunsthalle gekommen und vor 1945 entstanden sind. Seit Mai 2015 fördert das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste die Provenienzforschung mit der Finanzierung einer Wissenschaftlerstelle. Geprüft wird, ob sich Gemälde, Skulpturen oder grafische Blätter in der Sammlung befinden, die zur Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) ihren Eigentümern verfolgungsbedingt entzogen worden sind (Raubkunst). Werden solche Kunstwerke identifiziert, ist es zunächst das Ziel, die rechtmäßigen Eigentümer zu ermitteln und in einem weiteren Schritt die Werke zu restituieren oder sie im gegenseitigen Einvernehmen mit den Eigentümern für die Sammlung der Kunsthalle zu erhalten.

Im Oktober 2017 konnte das Projekt zum Gemälde- und Skulpturenbestand abgeschlossen werden. Von den 94 untersuchten Werken ist ein Gemälde als Beutekunst aus dem 2. Weltkrieg identifiziert worden. Daraufhin hat die Kunsthalle zu Kiel dieses Werk, Waldweiher von Vasilij Dmitrievič Polenov, an den Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark Taganrog in Russland im Jahr 2017 zurückgegeben (Vasilij Polenov zum Abschied).

Bei 16 Gemälden besteht weiterhin der Verdacht auf Raub- oder Beutekunst. Diese Werke sind als „bedenklich“ eingestuft und bei Lost Art als Fundmeldungen gelistet.

Seit Mai 2018 werden die Provenienzen von rund 600 Kunstwerken aus der Grafischen Sammlung untersucht. Im Zentrum der Untersuchungen stehen dabei Aquarelle, Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten, die in den Jahren von 1933 bis 1950 in die Sammlung gekommen sind. Darunter befinden sich auch Werke, die erst im florierenden Kunstmarkt der Nachkriegsjahre wiederauftauchen und über deren Verbleib während der NS-Zeit bis jetzt noch nichts bekannt ist.

Die Förderphase beträgt zunächst zwei Jahre und endet im April 2020.  

Sämtliche Dossiers zum Download finden Sie hier.

 

Kontakt

Projektleitung:
Dr. Annette Weisner
Telefon + 49 431 880 57-80
weisner@kunsthalle-kiel.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Mathilde Heitmann-Taillefer, M.A. und LL.M. (Master of Laws)
Telefon + 49 431 880 57-85
heitmann-taillefer@kunsthalle-kiel.de

gefördert von
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste