Provenienzforschung

Provenienzforschung an der Kunsthalle zu Kiel

Gemälde und Skulpturen

© Kunsthalle zu Kiel
© Kunsthalle zu Kiel

Die Kunsthalle zu Kiel untersucht in einem vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekt seit Mai 2015 systematisch ihre Bestände. Geprüft wird, ob sich Gemälde oder Skulpturen in der Sammlung befinden, die zur Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) ihren Eigentümern verfolgungsbedingt entzogen wurden. In einem zweiten Schritt sollen die Bestände der Graphischen Sammlung untersucht werden. Sollten sich tatsächlich solche Kunstwerke identifizieren lassen, dann ist es das Ziel, die rechtmäßigen Eigentümer oder ihre Nachkommen ausfindig zu machen. Die jeweiligen Objekte werden dann restituiert oder es wird im gegenseitigen Einvernehmen ein Weg gefunden, die Werke für die Sammlung zu erhalten. Im Rahmen des Projekts sind Erwerbungen seit 1933 bis in die Gegenwart zu prüfen. Die Forschungen konzentrieren sich auf die Herkunft jener Kunstwerke, die bis 1945 entstanden sind, darunter beispielsweise Gemälde der Romantik oder des Expressionismus sowie moderne Skulpturen.

Als Begriff bezeichnet die Provenienz die Herkunft oder „Biografie“ eines Kunstwerks. Sie gibt Auskunft darüber, wann sich ein Gemälde oder eine Skulptur in wessen Besitz und an welchem Ort befand. Die Provenienzforschung gehört damit zu den zentralen Aufgaben der Museumsarbeit und kann beispielsweise auch Echtheitsfragen beantworten.

Im Rahmen dieses Projekts erforscht und analysiert die Kunsthalle zu Kiel die komplexe Entwicklung ihrer eigenen Sammlung und die wechselvolle Geschichte ihrer Kunstwerke seit dem Nationalsozialismus. Ein Vermittlungsprogramm begleitet den Rechercheprozess, dessen Ergebnisse nach Abschluss der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ansprechpartner:

Dr. Kai Hohenfeld
Telefon +49 431 88057-85
hohenfeld@kunsthalle-kiel.de

Projektleitung:
Dr. Annette Weisner
Telefon +49 431 88057-80
weisner@kunsthalle-kiel.de
 

Gefördert von:
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste