Publikationen

Hrsg.: Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur, Köln
Texte: Anne Ganteführer-Trier, Birgit Bernard, Gertrude Cepl-Kaufmann, Wolfram Hagspiel, Klaus Wolfgang Niemöller, Louis Peters, Maria Porrmann, Gerd Sander, Eduard Trier, Arta Valstar-Verhoff
255 Seiten
206 Farb- und s/w-Abb.
ISBN 3-88243-750-2

Katalog vergriffen

Zeitgenossen

August Sander und die Kunstszene der 20er Jahre im Rheinland

In keiner Veröffentlichung zur Fotografie und Kunst des zu Ende gegangenen Jahrhunderts fehlt der Verweis auf August Sander und sein umfangreiches Porträtwerk Menschen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem neuen fotografischen Konzept hat der Kölner Künstler nicht nur die Fotografiegeschichte entscheidend geprägt sondern auch unser Verständnis der zwanziger Jahre.
Eine besondere gesellschaftliche Bedeutung maß Sander der Kunst und den Künstlern bei. Er porträtierte Architekten, Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Philosophen: Persönlichkeiten wie die Komponisten Paul Hindemith und Richard Strauss, den Philosophen Max Scheler, die Maler Otto Dix und Richard Seewald, Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert aus dem Kreis der Kölner Progressiven. Auch zahlreiche, heute weitgehend unbekannte Mitstreiter der damaligen Kunst- und Kulturszene wie Peter Abelen oder Hans Schmitz hat er im Bild festgehalten. Die Fotografien, die er von zahlreichen Werken befreundeter Künstler fertigte, stellen heute eine unersetzliche Quelle einiger seit den dreißiger Jahren verschollener oder zerstörter Gemälde und Skulpturen dar. Häufig erhielt Sander im Austausch für seine fotografischen Reproduktionen Bilder oder Skulpturen der Künstler. Im Laufe der Jahre ist so in Sanders Haus eine repräsentative Sammlung entstanden. Seine Fotografien lassen eine zum Teil in Vergessenheit geratene Kunstszene wieder aufleben. (Steidl)