Lesung
Lecture-Performance Zeug*innen der Zeit
mit Masha Pryven (Künstlerin)
04. September 2026 / 19:00 - 21:00 Uhr
In ihrer Lecture-Performance lädt die Masha Pryven dazu ein, die Arbeit von Open Group sowie Pryvens eigene künstlerische Praxis näher kennenzulernen. Dabei verortet sie Repeat After Me II im kunsthistorischen Kontext: Sie verwebt Soundpoesie aus der Dada-Avantgarde der 1920er Jahre und die kulturelle Entwicklung von Zeug*innenschaft seit dem 20. Jahrhundert zu einem Gerüst, auf dem der affektive und gleichzeitig dokumentarische Ansatz des Künstlerkollektivs Open Group basiert.
Im Mittelpunkt der Lecture-Performance steht das Konzept, Zeuge oder Zeugin von Krieg zu sein. Pryven entwickelt ihre fortlaufende Arbeit This Crime Is Not Worth Poetry gemeinsam mit verschiedenen Beteiligten, die eigene Zeugnisse an der Schnittstelle des Konfessionellen, Profanen und Poetischen verfassen. Die Künstlerin präsentiert dem Publikum die Arbeit mit einigen Co-Autor*innen, die aus der Ukraine digital zugeschaltet werden.
in deutscher und ukrainischer Sprache
Foto: Philippe Kayser
Vita
Masha Pryven, geboren 1988 in Luhansk (Ukraine), ging nach ihrem Studium in Kyiw als Fulbright-Stipendiatin an die Washington University in St. Louis, wo sie von 2009 bis 2011 Vergleichende Literaturwissenschaft studierte. Seit 2014 lebt sie in Berlin, wo sie derzeit den Master Art in Context an der Universität der Künste absolviert.
Ihre künstlerische Praxis, vorrangig fotografisch, untersucht die Schnittmenge von Öffentlichem und Privatem. Pryven arbeitet kollaborativ und lädt verschiedene Gruppen zur Mitautor*innenschaft ein. Ihre Interventionen und Ausstellungen realisiert sie sowohl in institutionellen als auch im öffentlichen Raum – u. a. im Kunstverein Grafschaft Bentheim (2023), im Humboldt-Forum (2025), am EU-Grenzposten Narva und im Rathaus Lichtenberg (2024) –. Teil von Gruppenausstellungen waren ihre Arbeiten u. a. im Kunsthaus Bethanien, der GlogauAir Gallery, Berlin, der Roots Gallery Pisa sowie beim Vintage Photofestival in Toruń (2025).
Für ihr Projekt Alphabet of War erhielt sie einen Förderpreis; das daraus entstandene Buch mit Zeitzeugenberichten, Fotografien und Interviews wurde 2025 u. a. auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Ihr Gemeinschaftsprojekt See What I See erschien 2023 in Collaboration: A Potential History of Photography (Thames & Hudson).