Workshop
Zeug*innen der Zeit
Workshop für junge Erwachsene (16 bis 21 Jahren) mit Masha Pryven
05. September 2026 / 11:00 - 15:00 Uhr
In der Videoinstallation von Open Group teilen Menschen, die den Krieg in der Ukraine erlebt haben, ihre Erfahrungen durch Laute und Worte. Sie laden die Zuschauer*innen ein, die von ihnen nachgeahmten Kriegsgeräusche wie Alarmsirenen, Raketen oder Drohnen zu wiederholen. Boris, der aus Mariupol stammt, erklärt seine Absicht: „Wiederholt es, damit ihr versteht.“
Masha Pryven arbeitet in ihrer Kunst gemeinsam mit Kriegszeug*innen aus der Ukraine. Sie fragt sich, wie Menschen, die diese Erfahrungen nicht teilen, sie trotzdem nachvollziehen können. Was trennt uns – und was verbindet uns?
In diesem Workshop untersuchen wir anhand der Arbeit „Repeat After Me II“, der ausgestellten Zeugnisse im Flandernbunker sowie der Arbeit von Masha Pryven unsere Wahrnehmung. Bring Lust am Schreiben mit und finde so einen Zugang zu deinen eigenen und schließlich auch zu anderen Erfahrungswelten.
Foto: Masha Pryven, This crime is not worth poetry, ab 2023 – fortlaufend.
Samstag, 5. Sept, 11 bis 15 Uhr
Anmeldung bis 2. September
Anmeldungen bitte an: vermittlung@kunsthalle-kiel.de
Mittagssnack inklusive, Kosten 8 €
Die Workshops sind in deutscher und ukrainischer Sprache.
Vita
Masha Pryven, geboren 1988 in Luhansk (Ukraine), ging nach ihrem Studium in Kyiw als Fulbright-Stipendiatin an die Washington University in St. Louis, wo sie von 2009 bis 2011 Vergleichende Literaturwissenschaft studierte. Seit 2014 lebt sie in Berlin, wo sie derzeit den Master Art in Context an der Universität der Künste absolviert.
Ihre künstlerische Praxis, vorrangig fotografisch, untersucht die Schnittmenge von Öffentlichem und Privatem. Pryven arbeitet kollaborativ und lädt verschiedene Gruppen zur Mitautor*innenschaft ein. Ihre Interventionen und Ausstellungen realisiert sie sowohl in institutionellen als auch im öffentlichen Raum – u. a. im Kunstverein Grafschaft Bentheim (2023), im Humboldt-Forum (2025), am EU-Grenzposten Narva und im Rathaus Lichtenberg (2024) –. Teil von Gruppenausstellungen waren ihre Arbeiten u. a. im Kunsthaus Bethanien, der GlogauAir Gallery, Berlin, der Roots Gallery Pisa sowie beim Vintage Photofestival in Toruń (2025).
Für ihr Projekt Alphabet of War erhielt sie einen Förderpreis; das daraus entstandene Buch mit Zeitzeugenberichten, Fotografien und Interviews wurde 2025 u. a. auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Ihr Gemeinschaftsprojekt See What I See erschien 2023 in Collaboration: A Potential History of Photography (Thames & Hudson).