Workshop
Zeug*innen der Zeit
Workshop für junge Erwachsene (16 bis 21 Jahren) mit Masha Pryven
05. September 2026 / 11:00 - 12:30 Uhr
Im Mittelpunkt von Masha Pryvens Kunst steht die Frage: Was ist Zeug*innenschaft? Wer ist Zeuge oder Zeugin? Wer bezeugt was – und wie? Krieg bildet dabei eine der extremsten Formen von Zeug*innenschaft. Doch jeder Mensch ist Zeuge seiner Zeit, seines Lebens und seiner Veränderungen.
Die Ausstellungen des Flandernbunkers basieren auf Aussagen von Zeitzeug*innen. Die Videoinstallation Repeat After Me II von Open Group macht individuelle Kriegserfahrungen erfahrbar, indem Geflüchtete die Laute der Kriegsmaschinerie nachahmen – Laute, die sich in Krisengebieten weltweit ähneln.
Bring Lust zum Schreiben mit!
Aus den Erfahrungen im Juni haben wir die Zeiten etwas gekürzt.
Samstag, 5. Sept, 11 bis 12:30 Uhr
Anmeldung bis 2. September bitte an: vermittlung@kunsthalle-kiel.de
Mittagssnack inklusive, Kosten 8 €
Die Workshops sind in deutscher und ukrainischer Sprache.
Vita
Masha Pryven, geboren 1988 in Luhansk (Ukraine), ging nach ihrem Studium in Kyiw als Fulbright-Stipendiatin an die Washington University in St. Louis, wo sie von 2009 bis 2011 Vergleichende Literaturwissenschaft studierte. Seit 2014 lebt sie in Berlin, wo sie derzeit den Master Art in Context an der Universität der Künste absolviert.
Ihre künstlerische Praxis, vorrangig fotografisch, untersucht die Schnittmenge von Öffentlichem und Privatem. Pryven arbeitet kollaborativ und lädt verschiedene Gruppen zur Mitautor*innenschaft ein. Ihre Interventionen und Ausstellungen realisiert sie sowohl in institutionellen als auch im öffentlichen Raum – u. a. im Kunstverein Grafschaft Bentheim (2023), im Humboldt-Forum (2025), am EU-Grenzposten Narva und im Rathaus Lichtenberg (2024) –. Teil von Gruppenausstellungen waren ihre Arbeiten u. a. im Kunsthaus Bethanien, der GlogauAir Gallery, Berlin, der Roots Gallery Pisa sowie beim Vintage Photofestival in Toruń (2025).
Für ihr Projekt Alphabet of War erhielt sie einen Förderpreis; das daraus entstandene Buch mit Zeitzeugenberichten, Fotografien und Interviews wurde 2025 u. a. auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Ihr Gemeinschaftsprojekt See What I See erschien 2023 in Collaboration: A Potential History of Photography (Thames & Hudson).