Workshop
Zeug*innen der Zeit
Workshop für Erwachsene mit Masha Pryven
06. September 2026 / 11:00 - 15:00 Uhr
In der Videoinstallation von Open Group bezeugen Menschen den Krieg in der Ukraine – nicht nur als Erzähler*innen, sondern als Akteur*innen, die die Zuschauer*innen auffordern, die von ihnen imitierten Kriegsgeräusche selbst zu wiederholen. Boris, der aus Mariupol stammt, bringt es auf den Punkt: „Wiederholt, damit ihr versteht.“
Masha Pryven, die in ihrer künstlerischen Arbeit partizipativ mit Kriegszeug*innen aus der Ukraine zusammenarbeitet, stellt dabei eine zentrale Frage: Wie lässt sich das Unerfahrbare für diejenigen zugänglich machen, die es nicht selbst durchlebt haben? Wo liegen die Grenzen – und wo die Berührungspunkte – zwischen fremden und eigenen Erfahrungen?
Der Workshop lädt die Teilnehmenden ein, sich durch die Annäherung an den Flandernbunker, die Ausstellung und die Arbeit This crime is not worth poetry von Masha Pryven mit der eigenen Verwundbarkeit auseinanderzusetzen. Mithilfe experimenteller Schreibtechniken untersuchen wir unsere Selbstwahrnehmung und öffnen uns so den Erfahrungswelten anderer.
Sonntag, 6. Sept, 11 bis 15 Uhr
Anmeldung bis 2. September
Anmeldung bitte an: vermittlung@kunsthalle-kiel.de
Mittagssnack inklusive, Kosten 8 €
Die Workshops sind in deutscher und ukrainischer Sprache. Bitte Lust am Schreiben mitbringen!
Vita
Masha Pryven, geboren 1988 in Luhansk (Ukraine), ging nach ihrem Studium in Kyiw als Fulbright-Stipendiatin an die Washington University in St. Louis, wo sie von 2009 bis 2011 Vergleichende Literaturwissenschaft studierte. Seit 2014 lebt sie in Berlin, wo sie derzeit den Master Art in Context an der Universität der Künste absolviert.
Ihre künstlerische Praxis, vorrangig fotografisch, untersucht die Schnittmenge von Öffentlichem und Privatem. Pryven arbeitet kollaborativ und lädt verschiedene Gruppen zur Mitautor*innenschaft ein. Ihre Interventionen und Ausstellungen realisiert sie sowohl in institutionellen als auch im öffentlichen Raum – u. a. im Kunstverein Grafschaft Bentheim (2023), im Humboldt-Forum (2025), am EU-Grenzposten Narva und im Rathaus Lichtenberg (2024) –. Teil von Gruppenausstellungen waren ihre Arbeiten u. a. im Kunsthaus Bethanien, der GlogauAir Gallery, Berlin, der Roots Gallery Pisa sowie beim Vintage Photofestival in Toruń (2025).
Für ihr Projekt Alphabet of War erhielt sie einen Förderpreis; das daraus entstandene Buch mit Zeitzeugenberichten, Fotografien und Interviews wurde 2025 u. a. auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Ihr Gemeinschaftsprojekt See What I See erschien 2023 in Collaboration: A Potential History of Photography (Thames & Hudson).