Ausstellung

Annette Kelm. Die Bücher

2. April bis 4. September 2022

Die Kunsthalle zu Kiel zeigt erstmals die vollständige Serie Die Bücher der vielfach ausgezeichneten Künstlerin Annette Kelm (*1975). In rund 100 Werken widmet sich die in Berlin lebende Künstlerin jenen Büchern, die den Diffamierungskampagnen, Verfolgungen und Verboten des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1933 und 1945 zum Opfer fielen. Mit ihrer genauen, einfach gehaltenen fotografischen Inszenierung schafft die Künstlerin eine erneute bzw. fortdauernde Öffentlichkeit für die Werke der einst verfemten Autor*innen, Gestalter*innen und Verleger*innen sowie für die außerordentliche künstlerisch-literarische Vielfalt der Weimarer Republik und der Zeit davor. Zugleich überführt Annette Kelm das Thema künstlerisch in die Gegenwart. Ihr Werk berührt drängende Fragen nach dem Wert und nach der Zerbrechlichkeit demokratischer Gesellschaftsmodelle; nach dem ständigen Schutzbedarf der freien Meinungsäußerung und der intellektuell-künstlerischen Vielfalt sowie nach den Gefährdungspotentialen dieser Werte durch rechtsradikale Kräfte.

Annette Kelm „Helene Stöcker, Liebe, 1927, Verlag der Neuen Generation, Berlin-Nikolassee, Einbandgestaltung John Heartfield“, aus der Serie "Die Bücher", 2021. Courtesy the artist and KÖNIG Galerie and Andrew Kreps Gallery, New York
Annette Kelm „Helene Stöcker, Liebe, 1927, Verlag der Neuen Generation, Berlin-Nikolassee, Einbandgestaltung John Heartfield“, aus der Serie "Die Bücher", 2021. Courtesy the artist and KÖNIG Galerie and Andrew Kreps Gallery, New York