Ausstellung

Rückblick

Vergangene Ausstellungen 2022

Roy Lichtenstein, Sunrise, 1965 © Estate of Roy Lichtenstein / VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Sönke Ehlert
Roy Lichtenstein, Sunrise, 1965 © Estate of Roy Lichtenstein / VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Sönke Ehlert

Als die Grafik boomte
Pop-Art auf Papier

13. November 2021 bis 1. Mai 2022

Die Ausstellung aus den Beständen der Grafischen Sammlung zeigte unter anderem mit britischen Künstlern wie Richard Hamilton, Eduardo Paolozzi oder Joe Tilson Pioniere der Pop-Art. Sie setzen sich Mitte der 1950er-Jahre erstmals mit der modernen Alltagswelt und der Bilderflut der Massenmedien, wie zum Beispiel der Werbung oder dem Comic, auseinander. Zur bedeutendsten Kunstrichtung ihrer Zeit wird die Pop-Art jedoch in den 1960er Jahren mit Werken US-amerikanischer Künstler*innen. Eine zentrale Rolle für den Siegeszug der Pop-Art spielt die damalige Wiederentdeckung der Druckgrafik – dem sogenannten Great Graphic Boom. Insbesondere der moderne Siebdruck (Serigrafie) mit seiner Farbbrillanz und seinen hohen Auflagen entspricht dem Anliegen der Pop-Art, für ihre Themen eine große Verbreitung zu finden. Die Pop-Art hat mit ihrer Hinwendung zur Alltagskultur grundlegend das Verständnis von dem verändert, was als kunstwürdig gilt.

Die Ausstellung präsentierte unter anderem Robert Indiana, Roy Lichtenstein und Mel Ramos sowie deutsche Künstler, die ihre Themen ebenfalls aus der Alltagskultur und den Massenmedien entnehmen. Als der Fortschrittsglaube und Optimismus dieses Jahrzehnts mit den Spannungen und Konflikten der 1970er Jahre ein Ende findet, verarbeiten die Künstler*innen auch dies in ihren Werken. Themen wie der Vietnam-Krieg, die studentische Protestbewegung oder die Ölkrise setzen so einen Gegenpol zur vermeintlich fröhlich-bunten Welt des Konsums.

Künstler:
Thomas Bayrle, Werner Berges, Richard Hamilton, Robert Indiana, R. B. Kitaj, Peter Klasen, Roy Lichtenstein, Eduardo Paolozzi, Sigmar Polke, Mel Ramos, Bob Stanley, Joe Tilson, Wolf Vostell

Marjorie Strider, Girl with open mouth, 1963 © Michael Chutko
Marjorie Strider, Girl with open mouth, 1963 © Michael Chutko

Amazons of Pop!
Künstlerinnen, Superheldinnen, Ikonen 1961-1973

2. Oktober 2021 bis 6. März 2022

Die Ausstellung nahm umfangreich die vielfältigen Ausdrucksformen einer Generation von Frauen aus Europa und Nordamerika auf, die selbstbewusst und ausdrucksstark die weniger bekannte Seite der Pop-Art formen. Amazons of Pop! zeigte entschlossene Kämpferinnen für die eigene Emanzipation und aktive Verfechterinnen politischer und sozialer Fragen. Sie überschreiten Grenzen in der männlich geprägten Kunst der Zeit und erproben den Umgang mit neuen und ungewöhnlichen Materialien wie beispielsweise Plastik. Das Spiel mit Persönlichkeiten, fiktiven Charakteren und Leinwand-Heldinnen durchzieht die Arbeit dieser Künstlerinnen, die mit großer Experimentierfreude, Fantasie, Unerschrockenheit und strategischem Gespür auftreten und dabei sehr bewusst die spannungsvollen geopolitischen und gesellschaftlichen Umstände ihrer Zeit wahrnehmen. Amazons of Pop! ludt mit rund 100 Werken aus Malerei, Installation, Performance, Skulptur und Film ein, in die Welt des Pop und in eine Zeit des Aufbruchs der 1960er und beginnenden 1970er Jahre einzutauchen.

Eine Ausstellung des MAMAC Nizza in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle zu Kiel und dem Kunsthaus Graz sowie der Unterstützung von Manifesto Expo.

Mit:
Evelyne Axell, Barbarella, Brigitte Bardot, Marion Baruch, Pauline Boty, Martine Canneel, Lourdes Castro, Judy Chicago, Chryssa, France Cristini, Christa Dichgans, Jane Fonda, Ruth Francken, Ángela García, Jann Haworth, Dorothy Iannone, Jodelle, Sister Corita Kent, Kiki Kogelnik, Kay Kurt, Nicola L., Ketty La Rocca, Milvia Maglione, Lucia Marcucci, Marie Menken, Marilyn Monroe, Isabel Oliver Cuevas, Yoko Ono, Ulrike Ottinger, Emma Peel, Pravda La Survireuse, Martha Rosler, Niki de Saint Phalle, Carolee Schneemann, Marjorie Strider, Sturtevant, Walentina Tereschkowa, May Wilson.

Adolf Hölzel, Abstraktion 1, 1915/1916 © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Sönke Ehlert
Adolf Hölzel, Abstraktion 1, 1915/1916 © Kunsthalle zu Kiel, Foto: Sönke Ehlert

Streifzüge durch die Sammlung – von Expressionismus bis Liebe
Bis 16. Januar 2022

Im Fokus der Sammlungspräsentation standen die für die Kunsthalle zu Kiel so wichtigen Bestände des Expressionismus und der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus präsentierte die Neueinrichtung ausgewählte Werke in ungewohnter Zusammenstellung: Themenfelder wie Strand, Nacht, Liebe, Kindheit oder Tierwelt bildeten den Ausgangspunkt für eine Suchbewegung im Sammlungsbestand, die spannende Funde zu Tage förderte. Die Ausstellung zeigte rund 120 Werke aus Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Videokunst. Erstmals war auch die jüngste Dauerleihgabe aus Privatbesitz zu sehen, die den Bestand der klassischen Moderne bereichert. Sie umfasst zwischen 1907 und 1916 entstandene Gemälde des für die Entwicklung der abstrakten Malerei bedeutenden Künstlers Adolf Hölzel (1853-1934).

Auswahl von Künstler*innen:
Ernst Barlach, Georg Baselitz, Max Beckmann,  Klaus vom Bruch, Johan Christian Clausen Dahl, Lovis Corinth, Miriam Cahn, Harald Duwe, Louis Gurlitt,  Erich Heckel, Karl Hofer, Isaak Lewitan, Markus Lüpertz, Ewald Mataré, Bruce Nauman, Emil Nolde, Max Pechstein, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Ilja Repin, Johann Moritz Rugendas, Karl Schmidt-Rottluff, Christian Rohlfs, Norbert Schwontkowski, Fritz von Uhde